Ein Meilenstein in der Behandlung der weiblichen Inkontinenz:

Die Integral Theorie des Beckenbodens

Meilenstein in der Behandlung von weiblicher Inkontinenz

Die erste Operation gegen die weibliche Inkontinenz wurde laut Literatur im Jahr 1852 durchgeführt. Seither sind mehr als 150 Operations-Variationen beschrieben worden, sei es durch Bauchschnitt (abdominal) oder durch die Scheide (vaginal).

Viele dieser Operationstechniken werden nicht mehr angewandt, da diese nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben oder besondere Komplikationen verursachten.

Dass die bisherigen Behandlungsergebnisse häufig unbefriedigend sind hat im Wesentlichen zwei Gründe:

1. Die Funktion des Beckenbodens war und ist nach wie vor unzureichend geklärt.

2. Daraus resultieren nicht passende, unphysiologische, operative Korrekturversuche.

Ferner werden fachspezifisch nur bestimmte Bereiche des Beckenbodens betrachtet und behandelt und andere wiederum vernachlässigt. Das liegt daran, dass die Krankheitsbilder auf unterschiedliche Weise von Urologen und Gynäkologen betrachtet werden.

Bereits im Jahre 2005 wurde in einigen Kliniken in Deutschland das Denksystem der Integral Theorie von Prof.Dr. Peter Petros aus Australien eingeführt. Diese Theorie besagt, dass „Belastungs- und Drang-Harninkontinenz sowie Blasenentleerungsstörungen sind hauptsächlich durch eine Bindegewebsschwächung der vaginalen Verankerungsbänder verursacht.“

Also im Umkehrschluss „…korrekte Diagnose und Wiederherstellung der Verankerungsbänder würden zur Heilung diesen Symptome führen.“ (P. Petros)

Die Basisdiagnostik wird stufenweise durch das Erfassen der Beschwerden mit einem speziellen Fragebogen, eine vaginale Untersuchung zur Feststellung der beschädigten Zone im Beckenboden, die die Symptome erklären und anschließend durch simulierte Operationen nach der Empfehlung von Petros durchgeführt.

So ist es möglich, dass Patientinnen mit gleicher Symptomatik, nämlich Harninkontinenz, völlig unterschiedliche Veränderungen aufweisen können, die dann auch unterschiedlich behandelt werden müssen.

Zum Beispiel: ein geschädigtes Halteband der Harnröhre, welches für den Verschluss dieser zuständig ist, soll mit einem künstlichen Band ersetzt werden. Hier handelt es sich um die sogenannte TVT-Operation (Trans-Vaginal-Tape).

Wenn genau in diesem Bereich als Folge von mehreren Operationen am Blasenhals Vernarbungen entstanden sind, ist die Elastizität des Gewebes kompromittiert, somit kann sich eine ganz andere Sorte von Inkontinenz entwickeln. Eine erneute TVT-Operation würde nicht helfen, sogar den Harnverlust verstärken. Die Wiederherstellung der Beschaffenheit der Gewebe an dieser Stelle soll die Elastizität fördern, damit der Verschluss der Harnröhre wieder gewährleistet ist.

Ein Defekt im Bereich des hinteren Beckenbodens kann eine andere Inkontinenzform verursachen, insbesondere in Verbindung mit Drang und überwiegend nachts. Auch hier würde die Einlage eines TVT-Bandes nicht helfen, vielmehr wäre hier ein Aufbau des Beckenbodens ratsam.

Wenn diese Prinzipien befolgt werden, ist eine Heilung oder zumindest eine eindeutige Besserung der Inkontinenz in über 70% der Fälle möglich!

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