Konservative Therapie bei Inkontinenz

Aufbauend auf dem Trampolin-Vergleich wurden spezielle Beckenboden-Übungen erarbeitet, mit denen die wichtigen Beckenbodenmuskeln gestärkt werden können.

Dabei ist zu beachten, dass der Beckenboden zwei verschiedene Muskelarten enthält, die unerlässlich für die Blasen- und Darmkontrolle sind:

Die sog. Skelettmuskulatur öffnet und verschließt Blase und Darm. Sie lässt sich aktiv durch bewusstes An- und Entspannen stärken. Sie besteht im Wesentlichen aus drei Hauptmuskeln, die nach vorne, hinten und unten ziehen und kann durch Beckenboden-Gymnastik und Bio-feedback beeinflusst werden.

Die andere Muskelart, die sog. glatte Muskulatur sorgt für die notwendige Elastizität im Becken- und Scheidenbereich. Sie hält die Genitalorgane in normaler Position und kann willkürlich nicht bewegt werden. Zur Kräftigung der glatten Muskelschicht ist eine Reizstrombehandlung, eine sog. Elektrostimulation zusätzlich notwendig. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine zusätzliche Elektrostimulation zu einer verstärkten Durchblutung in den Gefäßen führt.

Das fördert die Kontraktionskraft der Muskeln und verbessert die Energie- und Sauerstoffausnutzung in den Zellen. Dadurch ermüden die Muskeln sehr viel später. Für Frauen, die sich schlecht bewegen können, reicht auch die alleinige Elektrotherapie aus.

Allerdings führt das Beckenbodentraining dann nicht zum Erfolg, wenn die Bänder, die von den Muskel zu den Organen (Blase, Harnröhre, Scheide und Darm) ziehen, zerstört sind. Auch im Beckenboden muss die Verbindung zwischen Muskeln und den Organen (Blase und Darm) wieder hergestellt werden, damit sie normal geöffnet und verschlossen werden können.