Diagnostik Inkontinenz

Wenn die Bänder oder die Scheide überdehnt sind, ist das Trampolin nicht mehr funktionsfähig (siehe Aufbau und Funktion des Beckenbodens). Die Nerven am Blasenboden werden bereits bei geringer Füllung gereizt und signalisieren „ständigen Harndrang“. Abhängig davon, an welcher Stelle das Trampolin am stärksten geschädigt ist, treten weitere Beschwerden auf.

Wenn das Gewebe vorne lose ist, kann die Harnröhre beim Husten, Niesen, Pressen, Laufen, Sport nicht mehr ausreichend verschlossen werden. Unkontrollierter Urinabgang (Einnässen) ist die Folge. Urinverlust, Harnverlust bei körperlicher Anstrengung wird auch Stressinkontinenz oder Belastungsinkontinenz genannt.

Da die vorderen Bänder auch für den Darmverschluss von Bedeutung sind, können Schäden in diesem Bereich auch zu unkontrolliertem Abgang von Darminhalt, zur Stuhlinkontinenz führen.

Erschlafftes Gewebe in Beckenmitte geht oft mit häufigem Wasserlassen, ständigem Harndrang und Urinverlust vor Erreichen der Toilette, einer sog. Dranginkontinenz einher.

Defektes Gewebe im hinteren Bereich ist eher mit Blasenentleerungsstörungen, nächtlichem Harndrang, Rücken- oder Unterleibsschmerzen,  einer Senkung der Gebärmutter oder Scheide sowie Stuhlinkontinenz oder Darmentleerungsproblemen vergesellschaftet.

Wenn man sich den komplizierten Aufbau der Beckenbodenarchitektur und des Zusammenspiels vor Augen hält, wird verständlich, dass ein Schaden an einer Stelle vielschichtige Probleme hervorrufen kann.

Nur über eine genaue, auf die einzelne Patientin zugeschnittene Diagnostik, durch klinische und sonographische Untersuchungen, wird man den verursachenden Defekt finden und gezielt behandeln können. Herkömmliche, auf dem alten Verständnis aufbauende Untersuchungsverfahren sind dafür nicht ausreichend geeignet.

Bis zu dem Zeitpunkt 1999, an dem Prof.Dr. Klaus Goeschen aus Hannover von den neuartigen Behandlungsmöglichkeiten von Prof. Petros sich überzeugte, konnten die Patientinnen wenig Hoffnung auf einen langfristigen Erfolg haben.

In einer intensiven Zusammenarbeit mit den beiden Spezialisten wurde die Methode weiter verfeinert und kann jetzt ein völlig neues, umfassendes Konzept zur Behandlung von Störungen im Blasen- und Beckenbodenbereich anbieten. Die Heilungsrate liegt je nach Art und Ausmaß der Schädigung bei über 80 Prozent.