Warum es wichtig ist, die Gebärmutter zu erhalten!

Bei vielen Operationen wird die Gebärmutter oftmals auch dann entfernt, obwohl diese keine Erkrankung aufweist.

Diese Philosophie hat seit fast über 40 Jahren leider unverändert Bestand.

Inzwischen haben die wissenschaftlichen Arbeiten von Petros (Sydney, Australia) und Goeschen (Hannover) bewiesen, dass die Erhaltung der Gebärmutter in der Vorbeugung der Beckenbodenschwäche eine wichtige Rolle spielen kann.

Der Grund, eine gesunde Gebärmutter zu belassen, lässt sich einfach erklären:

Der Beckenboden der Frau ähnelt der Kuppel einer Kathedrale. Im Zentrum dieser Kuppel befindet sich die Gebärmutter. Zu dieser ziehen sich die wichtigsten Befestigungsbänder des Beckenbodens. Die Gebärmutter ist in der Mitte des Beckenbodens verankert und bildet den Schlüsselstein dieser Konstruktion.

Es gibt zwei paarige Befestigungsbänder: ein Paar zieht nach hinten zum Steißbein (die Sakro-uterin-Ligamente), das andere zu den seitlichen Beckenwänden (die Kardinal-Ligamente). Durch alle diese verlaufen Nerven, Gefäße, Bin­degewebe und glatte Muskulatur. Die Überdehnung dieser Ligamente kann verschiedene Beckenschmerzen, Inkontinenz und Sexualitätsstörungen verursachen, insbesondere tiefe Kreuzschmerzen, wie beispielsweise im Falle einer Gebärmutter-, und Scheidensenkung (Utero-vaginaler Prolaps).

Ähnlich wie bei der Kathedralenkuppel kann die Entfernung des zentralen Trägers eine massive Schwächung der Statik verursachen, ein Zusammenfallen der Konstruktion wäre somit möglich.

Wenn die Befestigungsbänder der Gebärmutter wie bei  einer Bindegewebschwäche nachlassen oder abreissen, beispielsweise durch eine anstrengende Geburt, reicht es aus,  diese zu verstärken oder wieder aufzubauen. Eine Entfernung der Gebärmutter würde die Problematik nicht lösen, sondern im Laufe der Zeit gar verstärken.

Inzwischen vertreten viele Ärzte diese grundsätzliche These und empfehlen heute bei gutartigen Gebärmuttererkrankungen (z.B. Myome) nur noch eine sogenannte „suprazervikale Hysterektomie“, d.h. eine Absetzung dieser oberhalb des Gebärmutterhalses. Die untere Verankerung der Gebärmutter und die oben genannten Befestigungsbänder bleiben dann erhalten.

Einer späteren Beckenbodensenkung kann somit vorgebeugt werden.

Die zwei Beckenbodenspezialisten haben auch eine Operationstechnik bei Beckenbodensenkungen unter Erhaltung der Gebärmutter wissenschaftlich erarbeitet.

Nach dem Petros-Goeschen Verfahren wird eine minimal-invasive Operation auf vaginalem Wege (durch die Scheide) durchgeführt. Hier werden die Befestigungsbänder erneuert, die ursprüngliche Anatomie des Beckenbodens wieder hergestellt und die Gebärmutter bleibt erhalten.

Diese Technik wird zur Behandlung der Gebärmutter-, Blasen- und Scheiden-Senkung, aber auch zur Heilung von Inkontinenz und Beckenbodenschmerzen eingesetzt.

Deren Umsetzung setzt wissenschaftliche Kenntnis sowie anatomische und chirurgische Erfahrungen voraus, und wird in Deutschland ausschließlich von Ärzten durchgeführt, die von den beiden genannten Experten geschult und ausgebildet wurden.

Seit Juli 2014 wird diese Methode im Kontinenz- und BeckenbodenZentrum des Marien Hospitals Düsseldorf durch den Chefarzt der Frauenklinik Dr. Müller-Funogea angeboten und auch durchgeführt.

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