Die sinnvolle Behandlung des Beckenbodens

Meilenstein in der Behandlung von weiblicher Inkontinenz

Der Beckenboden der Frau befindet sich im unteren Bereich der Bauchhöhle. Dieser Bereich ist  einem enormen Druck ausgesetzt,  gleichzeitig muss dieser die Verankerung von Blase und Mastdarm gewährleisten. 

Weil durch die anatomischen Besonderheiten der Frau bzw. das Vorhandensein der Vagina diese Stelle eine natürliche Bruchpforte darstellt, hat sich die Natur ein komplexes Haltesystem ausgedacht. 

Eine Verflechtung von Bindegewebe, Haltebänder und Muskelgruppen sichern nicht nur die korrekte Position der Unterbauchorgane, sondern bewirken deren natürlichen Funktionen wie Entleerung oder Verschluss (Kontinenz). Dieser Bereich ähnelt einer Domkuppel und wird an der Spitze von der Gebärmutter mit ihren  Bändern verankert.

Dieser Bereich ist nicht nur wenig erforscht, sondern wird durch die Frau in diesem Gebiet des Körpers nur unter der Geburt spürbar wahrgenommen. 

Im Laufe der Zeit können durch eine Vernachlässigung des Beckenbodens, durch Fettleibigkeit,  aber auch nach der Menopause durch Hormonmangel Auflockerungen in diesem Bereich, später sogar Senkungen entstehen.

Eine Gebärmutterentfernung kann ebenfalls die Schwächung des Beckenbodens hervorrufen. 

Ferner bewirkt die nachlassende Muskelkraft im Beckenboden eine ganze Palette von Störungen: Blasen- und Darmentleerungsstörungen, Urin- und Stuhlinkontinenz und häufig eine Einschränkung der Sexualität.

Seit 2005 beschäftige ich mich mit der operativen Behandlung derartiger Störungen; bis Mitte 2014  in dem EUREGIO-Kontinenz-Zentrum Aachen, seit Mitte 2014 nunmehr als Koordinator des Kontinenz Zentrums am Marien Hospital Düsseldorf. Beide interdisziplinären Zentren sind  von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft als zertifizierte Institutionen anerkannt. 

Es ist absurd sich als Therapeut nur auf die operative Korrektur des Beckenbodens zu konzentrieren. Eine Straffung des Bindegewebes und Neuverankerung der Beckenorgane alleine reichen nicht immer aus, die tatsächlichen Beschwerden der Patientinnen lindern zu können, auch wenn wir üblicherweise in unserem Zentrum die (gesunde) Gebärmutter erhalten wollen.

Mindestens genau so wichtig ist  das regelmäßige Trainieren der  Beckenboden-Muskulatur: das Lernen, diese wahrzunehmen und somit entsprechend gezielt aufzubauen. Viele Studien beweisen inzwischen diese für die betroffene Patientin extrem wichtige Maßnahme. 

Erwarten Sie nicht, dass die Beckenbodenchirurgie das alleinige Allheilmittel Ihres Blasen- und Darm-Problems sein muss! Sie sollten aktiv durch Muskeltraining unsere Arbeit unterstützen und helfen dadurch, Ihre eigene Lebensqualität zu verbessern.

Herzliche Grüße aus Düsseldorf

Ihr

Dr. Müller-Funogea

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